Räder und Reifen montieren: Tipps zum halbjährlichen Reifenwechsel

19 Dez 2013 - 13:53

Zweimal jährlich gilt es für alle Autobesitzer, die Bereifung ihres Fahrzeugs der Jahreszeit anzupassen. Von Oktober bis Ostern („O bis O“-Regel) sollten unbedingt Winterreifen verwendet werden, die restliche Zeit des Jahres sind Sommerreifen die sichere Variante. Zwar greifen auch viele Autofahrer auf Ganzjahresreifen zurück, verglichen mit ausgewiesenen Winter- und Sommerspezialisten bieten die Allwetter-Modelle jedoch eine vergleichsweise schlechte Performance.

Denn sowohl die Materialmischungen als auch die Beschaffenheit der Laufflächen sind sowohl bei Sommer- als auch Winterreifen perfekt auf die Wetterbedingungen der jeweiligen Jahreszeit angepasst. Sommerreifen sind härter, wodurch sie auch bei Hitze stabil genug bleiben, um eine sichere Kurvenlage und einen hohen Abrollkomfort zu garantieren. Das Material von Winterbereifung dagegen ist vergleichsweise weich. Nur auf diese Weise können auch bei Kälte Grip und kurze Bremswege gewährleistet werden.
 

Radwechsel selbst durchführen

Die Demontage und Montage von Autoreifen (also das Ab- und Aufziehen an der Felge) sind unbedingt dem Fachmann in der Werkstatt zu überlassen. Denn hierfür ist eine spezielle Ausrüstung (Reifenmontage-Maschine, Abdrückschaufel, Montagepaste) notwendig. Zudem können sowohl der Reifen als auch das Felgenhorn bei unsachgemäßer Durchführung leicht Schaden nehmen.

Autobesitzer, die über zwei komplette Reifensätze (Sommer und Winter) verfügen, können den Radwechsel jedoch ohne Probleme selbst durchführen. Die folgende Checkliste erklärt, welche Arbeitsschritte dies im Einzelnen beinhaltet:

  1. Gang einlegen oder Handbremse anziehen (Dadurch steht das Auto sicher und kann sich nicht bewegen.)
  2. Radbolzen leicht lösen (Die Schrauben sollten über Kreuz ein wenig angelöst werden. Nicht gänzlich herausschrauben!)
  3. Wagenheber ansetzen und das Fahrzeug anheben, bis die Reifen keinen Bodenkontakt mehr haben (Achtung: Zum Ansetzen des Wagenhebers unbedingt die Anweisungen in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs exakt befolgen.)
  4. Radbolzen herausschrauben
  5. Räder entsprechend ihrer Position markieren (Wer die abmontierten Räder beschriftet, kann sie in der nächsten Saison achsweise – nicht diagonal – tauschen. Auf diese Weise erhöht sich die Nutzungsdauer der Laufflächen.)
  6. Neue Räder montieren (Radbolzen über Kreuz einschrauben)
  7. Wagenheber absenken
  8. Radbolzen festziehen (Mit einem Drehmomentschlüssel lässt sich das vorschriftsmäßige Anzugs-Drehmoment einstellen. Hinweise hierzu finden sich in der Betriebsanleitung des Autos.)

Profiltiefe und Reifenalter überprüfen

Bevor Sie die abmontierten Räder einlagern, sollten unbedingt die Profiltiefe und das Reifenalter überprüft werden. Wie alt die Reifen sind, verrät die DOT-Nummer an der Reifenflanke. Diese Kennzeichnung lässt sich wie folgt interpretieren: „DOT 4312“ bedeutet, dass die Reifen in der 43. Kalenderwoche des Jahres 2012 produziert wurden.

Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt für alle zulassungspflichtigen Kraftfahrzeuge 1,6 Millimeter. Experten raten jedoch dazu, abgenutzte Reifen schon früher (bei circa drei Millimetern) auszumustern. Denn je geringer die Profiltiefe ist, desto schlechter sind Haftung und Verzögerungsleistung der Laufflächen.
 

Passende Neureifen finden

Auf dem aktuellen Reifenmarkt bieten von Premiumfabrikanten wie Continental oder Michelin bis hin zu unbekannteren Marken wie Toyo oder Falken zahlreiche Hersteller Produkte aller Größen und Einsatzgebiete an. Wer einen neuen Satz Reifen für sein Auto benötigt, sollte daher unabhängige Reifentests zurate ziehen. Die alljährlichen Prüfberichte von Organisationen wie dem ADAC oder der GTÜ liefern diesbezüglich wertvolle Hinweise. So konnte beispielsweise im diesjährigen Winterreifentest der AutoZeitung neben den recht teuren Premiummodellen auch ein günstiger Pkw-Reifen des japanischen Herstellers Falken überzeugen.

Neben der Reifenqualität sind unbedingt die zugelassenen Größen (Reifendimensionen) zu beachten. Diese sind in der Zulassungsbescheinigung (Teil 1, Ziffer 15) vermerkt und dürfen unter keinen Umständen abweichen. Wer andere Formate verwenden möchte, muss eine separate Zulassung beim TÜV absolvieren. Diese allerdings ist kostenpflichtig.

 

Bildquelle Header: © iStockphoto.com / BartekSzewczyk

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